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Zahnarztangst-Blog

Vollnarkose

Anästhesist ist immer zugegen

Anästhesist ist immer zugegen

Vollnarkose – Zahnsanierung im Schlaf – oft eine sinnvolle Option!

Vollnarkose ist bei zahnärztlichen Behandlungen sinnvoll, wenn größere Operationen oder z.B. die Extraktion mehrerer Weisheitzähne anstehen. Bei Angstpatienten kommt die Vollnarkose vor allem dann zur Anwendung, wenn das Gebiss nach jahrelanger Zahnarztvermeidung einer Totalsanierung bedarf und eine Psychotherapie nicht möglich ist. Zahnarztpraxen arbeiten heute immer mit Fachärzten für Anästhesie zusammen, die eine ambulante Narkose in der Zahnarztpraxis ermöglichen. Der Zahnarzt und sein Team hat so für seine Arbeit eine vertraute Umgebung.

Der Narkosearzt intubiert den Patienten

Der Narkosearzt intubiert den Patienten

Anästhesist ist immer zugegen

Bei jeder Vollnarkose ist ein Anästhesist dabei, der die Narkose einleitet. Mögliche Erkrankungen des Patienten werden berücksichtigt. Der Narkosearzt unterhält sich ausführlich mit dem Patienten über Vorerkrankungen und untersucht ihn manchmal körperlich. Während der Behandlung überwacht der Narkosearzt ständig alle Körperfunktionen. Bei einer Vollnarkose wird der Patient mittels intravenös verabreichter Schlafmittel in einen tiefen Schlaf versetzt, sodass er mit Sicherheit von der Behandlung nichts mitbekommt. Eine künstliche Beatmung ist hierbei nicht notwendig, da alle körpereigenen Funktionen im Gegensatz zu einer Gas-Narkose erhalten bleiben. Bis zu sieben Stunden kann die Narkose dauern, sodass in der Tat eine Vollsanierung des kaputten Gebisses möglich ist. Danach kann der Patient in der Regel die Praxis innerhalb von einer halben bis ganzen Stunde in Begleitung verlassen, denn lange Aufwachzeiten gehören aufgrund neuester Narkosetechnik längst der Vergangenheit an, genauso wie der früher bekannte Brechreiz.

Vorteile der Narkose

Der Vorteil einer Behandlung unter Vollnarkose liegt für den Patienten auf der Hand: Da die eigentlich zeitaufwändige Behandlung in einem Zug durchgeführt wird, braucht der Patient deutlich weniger Krankschreibungen. Dies ist bei solchen Menschen wichtig, die stark in ihr Berufsleben eingebunden sind, z.B. Selbständige. Für den Zahnarzt bietet die Vollnarkose beim Patienten den Vorteil, dass dieser absolut ruhig ist, sodass der Patient ohne Abwehrbewegungen behandelt werden kann. Weder lästiges Schlucken noch Speichelfluss behindern die Behandlung. Autofahren ist am Tag der Narkose nicht erlaubt, da die Reaktionsfähigkeit nach jeder Art von Narkosebehandlung stark eingeschränkt ist. Am Folgetag sollte dem Körper Ruhe gegönnt werden. Für Kinder gilt, dass sie nach einer Narkose für 12 Stunden nicht unbeaufsichtigt gelassen werden sollten. Professionelle Anbieter von Narkosebehandlungen erwecken manchmal den Eindruck, als ob auch kleinste Behandlungsschritte wie z.B. das Setzen einer Krone, unter Vollnarkose gemacht werden könnten und sollten. Die Vollnarkose sollte aber eine absolute Notlösung bleiben. Sie sollte vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn gleich einige Zähne auf einmal gezogen werden müssen, z.B. die Weisheitszähne. Oder beim Einsetzen mehrerer Implantate mit gleichzeitigem Knochenaufbau.

Nachteile der Narkose

Viele Angstpatienten erblicken in der Vollnarkose fälschlicherweise ein Patentrezept für ihre Schwierigkeiten. Sie leben mit der Vorstellung, sanft einzuschlafen und dann mit einem komplett sanierten Gebiss wieder aufzuwachen. Die Vollnarkose ist aber wirklich nur für solche Patienten ratsam, deren Angst schier unüberwindbar zu sein scheint. Unter Vollnarkose kann nämlich erstens nicht alles gemacht werden. Oft muss eine Behandlung in mehreren Schritten stattfinden, die eigentlich mehr als einen Zahnarzttermin notwendig machen. Zum Beispiel müssen Extraktionslücken abheilen, entzündetes Zahnfleisch muss sich regenerieren. Zweitens wird das Problem der Phobie nicht gelöst, sodass die Ängste vor dem unvermeidlichen nächsten Zahnarztbesuch bestehen bleiben. Sie wollen doch aber lernen, Ihre Angst dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Lokalanästhesie

Lokalanästhesie bleibt weniger riskant

Drittens ist eine Vollnarkose mit Risiken verbunden, die angesichts der Art der Behandlung kaum zu vertreten sind. Die Todesrate bei Vollnarkose im Krankenhaus liegt bei weniger als 1:100.000; bei lokaler Anästhesie, also der normalen Spritze, liegt sie bei nur 1:10.000.000. Die Narkosetechnik hat aber andererseits in den letzten Jahren auch große Fortschritte gemacht, sodass eine Vollnarkose auch bei älteren und kranken Patienten zum Einsatz gelangen kann. Viertens ergeben sich aus den gesundheitlichen Risiken für die Patienten natürlich auch juristische Bedenken für den Arzt, der die Behandlung unter Vollnarkose durchzuführen hat. Ein Zahnarzt sollte schon aus juristischen Gründen immer bestrebt sein, Behandlungen unter Vollnarkose nur dann durchzuführen, wenn sich kein anderer Ausweg finden lässt. Natürlich muss der Patient über den bevorstehenden Eingriff juristisch einwandfrei aufgeklärt werden. Der Patient muss zur Anästhesie sein schriftliches Einverständnis abgeben.

Alternativen zur Vollnarkose

Eine Alternative zur Vollnarkose ist bei kürzeren Behandlungen die sogenannte Analgosedierung, auch Dämmerschlaf genannt.

Alternative zur Vollnarkose - die intravenöse Kurznarkose

Bei der Analgosedierung wird der Patient über eine Injektion von einer Kombination von Schmerzmitteln und Psychopharmaka in den Arm in einen Schlaf ähnlichen Zustand versetzt. Er behält das Bewusstsein und die Körperfunktionen wie Atmung und Hustenreflex bleiben erhalten, aber Angst und Schmerzempfinden wird ausgeschaltet. Es tritt eine absolute Gleichgültigkeit beim Patienten ein, was zu einer optimalen Entspannung bei ihm führt. Der Patient ist gleichzeitig aber jederzeit gut ansprechbar und kann auch aktiv an der Behandlung mitwirken. Die Tiefe der Sedierung ist jederzeit kontrollier- und steuerbar. Ohne eine lokale Betäubung kommt aber auch die Analgosedierung nicht aus. Nach einer Analgosedierung ist wie nach einer Hypnose hinterher keine Erinnerung daran mehr vorhanden.

Wie wird das Finanzielle geregelt?

Die Krankenkassen sind der Meinung, dass bei einer Zahnbehandlung die lokale Betäubung völlig ausreicht. Vollnarkose und Analgosedierung sind daher seit dem 1.1.2007 keine vertragszahnärztlichen Leistungen mehr, die von der Krankenkasse automatisch übernommen werden. Wenn im Zusammenhang mit zahnärztlichen Leistungen eine andere Art der Schmerzausschaltung nicht möglich ist, gehören Narkosen oder Analgosedierung aber zur Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung. Also z.B. dann, wenn eine Spritze erwiesenermaßen beim Patienten mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Übernommen wird die Leistung bei geistig behinderten Patienten oder Menschen mit schwerer Dyskinesie, also bei Patienten, die an einer Störung des Bewegungsablaufs leiden. In den meisten Fällen bleiben Vollnarkose und Analgosedierung jedoch eine Wunschleistung, die Sie individuell mit Ihrem Arzt abrechnen müssen. Ein Beispiel aus der Praxis kommt für Kassenpatienten auf 250 Euro für die ersten 60 Minuten, für jede weitere halbe Stunde noch einmal 50 Euro. Eine Sedierung würde bei diesem Beispiel 50 Euro pro Sitzung kosten. Bei Privatpatienten wird nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet. Wenn der Patient allerdings eine Behandlungsunfähigkeitserscheinung seines Hausarztes oder von einem Neurologen vorweisen kann, lässt die Krankenkasse unter Umständen mit sich reden. Hier hilft nur Nachfragen.

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